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Gedenken an getöteten PKK-Kämpfer aus Stuttgart

Ausländerextremismus     11 | 2016

Im September 2016 fanden in Stuttgart zwei größere Gedenkveranstaltungen für im Kampf getötete Mitglieder der „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) statt. Insgesamt nahmen daran ca. 1.000 Personen teil. Einer der jüngst getöteten jungen Männer stammte aus Stuttgart, wo er aktiv in die PKK-Jugendszene eingebunden war.

Unter dem Motto „Märtyrer sterben nicht“ warb die „Kurdische Jugend Stuttgart“ für eine Gedenkveranstaltung am 23. September 2016 im Kulturhaus Arena (Stuttgart), an der ca. 500 Personen teilnahmen. Anlass war der Tod zweier PKK-Kämpfer durch Angriffe der türkischen Luftwaffe Nordirak kurz zuvor – so zumindest die Darstellung in PKK-nahen Medien. Bei einem der beiden handelte es sich um den 19-jährigen Ruhat TABAK, Deckname „Cekdar Botan“, aus Stuttgart. Er war aktiv in die PKK-Jugendszene eingebunden; dies belegt nicht zuletzt ein Videoportrait von ihm, das nach seinem Ableben bei YouTube eingestellt wurde.

Ein Videomitschnitt der Gedenkveranstaltung im Kulturhaus Arena wurde ebenfalls bei YouTube eingestellt. Darin ist zu sehen, wie eine Gruppe junger Frauen und Männer im Gleichschritt in den Saal einmarschiert. Die Teilnehmer tragen Fahnen mit dem Abbild des PKK-Gründers Abdullah ÖCALAN sowie Fahnen der PKK-Jugendorganisation „Ciwanen Azad“ und einer PKK-Frauenorganisation. Im Anschluss ehrte ein Redner die sogenannten Märtyrer („sehid“) und ließ die PKK hochleben. Unter anderem sagte er in türkischer und kurdischer Sprache Folgendes:

„Erst wenn wir ein stolzes und ehrenhaftes Leben in Kurdistan haben, werden wir unseren Märtyrern würdig sein. Ich verneige mich noch einmal voller Respekt. Märtyrer sterben nicht. Es lebe die Arbeiterpartei Kurdistans.“

Am darauffolgenden Tag, dem 24. September 2016, fand in der Stuttgarter Innenstadt unter dem Motto „Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung“ eine Demonstration statt. Auch hier stand das Gedenken an die beiden jüngst verstorbenen PKK-Kämpfer im Vordergrund. An diesem Aufzug nahmen ca. 450 Personen teil. Auf dem Plakat, mit welchem hierfür im Internet geworben wurde, ist neben den Emblemen der Jugend- und Frauenorganisation der PKK auch das Symbol der PKK-nahen Studentenorganisation „Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V.“ (YXK) sowie das ihrer Frauenunterorganisation zu sehen. Das Emblem der in Deutschland verbotenen PKK ist ebenfalls unverkennbar. Die Unterstützung des bewaffneten Kampfes kommt durch die Abbildung einer Frau mit Sturmgewehr deutlich zum Ausdruck.

Die Teilnehmer dieser Demonstration, bei denen es sich überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene handelte, trugen übergroße Portraits der von ihnen als „Märtyrer“ bezeichneten verstorbenen PKK-Mitglieder vor sich her und riefen unter anderem „PKK“ und „Biji Serok Apo“ („Hoch lebe Apo“      [ Bezeichnung für PKK-Führer ÖCALAN ]). Polizeilichen Angaben zufolge gab es keine weiteren besonderen Vorkommnisse.